Imanuel Geiss

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Imanuel Geiss (9 February 1931 – 20 February 2012) was a German historian.

Life

Imanuel Geiss was born in Frankfurt am Main, the youngest of the five children of a working-class family affected by the economic crisis. His unemployed father had to raise the children alone as their mother suffered from meningitis. She was killed in 1941 by Aktion T4 after the father had died in 1940. The five children were brought to a rather liberal orphan home which made it possible for Imanuel to study after completing his Abitur in 1951 at Carl-Schurz-Gymnasium. He became a certified translator for French and English at the Auslands- und Dolmetscherinstitut in Germersheim, which allowed him to finance studies beginning in 1955. Geiss died, aged 81, in Bremen.

<!-- Anglistik, Geschichte und Politik an der [LMU München](https://bliptext.com/articles/ludwig-maximilians-universit-t-m-nchen) – unter anderem bei [Franz Schnabel](https://bliptext.com/articles/franz-schnabel) –, wo er mit [Gustav Heinemann](https://bliptext.com/articles/gustav-heinemann) und seiner [Gesamtdeutschen Volkspartei](https://bliptext.com/articles/gesamtdeutsche-volkspartei) in Kontakt kam. Durch einen Auftrag zur Archivrecherche für den amerikanischen Historiker [Stefan T. Possony](https://bliptext.com/articles/stefan-t-possony), für den er ins [Militärarchiv Potsdam](https://bliptext.com/articles/milit-rarchiv-potsdam) und ins [Deutsche Zentralarchiv](https://bliptext.com/articles/geheimes-staatsarchiv-preu-ischer-kulturbesitz) nach [Merseburg](https://bliptext.com/articles/merseburg) reiste, lernte er im Winter 1956/57 in [Potsdam](https://bliptext.com/articles/potsdam) [Fritz Fischer](https://bliptext.com/articles/fritz-fischer-historiker) kennen, bei dem er an der [Universität Hamburg](https://bliptext.com/articles/universit-t-hamburg) 1959 über das Thema „Der polnische Grenzstreifen 1914–1918“ [promovierte](https://bliptext.com/articles/promotion-doktor). Danach arbeitete er in Form von Archivrecherchen an zwei Aufsätzen in der [Historischen Zeitschrift](https://bliptext.com/articles/historische-zeitschrift) und an Fischers Buch Griff nach der Weltmacht mit, das der Hauptauslöser zur [Fischer-Kontroverse](https://bliptext.com/articles/fischer-kontroverse) wurde. Mittels eines Stipendiums der [Deutschen Forschungsgemeinschaft](https://bliptext.com/articles/deutsche-forschungsgemeinschaft) habilitierte er sich im Jahr 1968 über die Geschichte des [Panafrikanismus](https://bliptext.com/articles/panafrikanismus). Seit seiner Promotion lehrte Geiss in Hamburg zuerst als Universitätsdozent, seit 1971 als Wissenschaftlicher Rat. 1973 wurde er auf den Lehrstuhl für [Neuere Geschichte](https://bliptext.com/articles/neuere-geschichte) der neugegründeten [Universität Bremen](https://bliptext.com/articles/universit-t-bremen) berufen, den er – neben mehreren Gastprofessuren im Ausland – bis zur Pensionierung 1996 innehatte. In Bremen lebt und arbeitet er auch nach seiner Pensionierung. Geiss veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur [Deutschen](https://bliptext.com/articles/deutsche-geschichte), [Europäischen](https://bliptext.com/articles/europ-ische-geschichte) und [Weltgeschichte](https://bliptext.com/articles/weltgeschichte). Er publizierte wichtige [Akteneditionen](https://bliptext.com/articles/edition) und war Mitherausgeber eines Schulbuches für die [Sekundarstufe II](https://bliptext.com/articles/sekundarstufe-ii). # Leistungen Imanuel Geiss’ inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem [Erster Weltkrieg](https://bliptext.com/articles/erster-weltkrieg), [Afrika](https://bliptext.com/articles/afrika) ([Panafrikanismus](https://bliptext.com/articles/panafrikanismus)), [Rassismus](https://bliptext.com/articles/rassismus), [Revolutionen](https://bliptext.com/articles/revolution), die [Jugoslawienkriege](https://bliptext.com/articles/jugoslawienkriege) in den 1990er Jahren, [Historiografie](https://bliptext.com/articles/historiografie) sowie [Weltgeschichte](https://bliptext.com/articles/weltgeschichte); in jüngerer Zeit publizierte er auch zur [Musikgeschichte](https://bliptext.com/articles/musikgeschichte), zum [Nationalismus](https://bliptext.com/articles/nationalismus)-Problem sowie zur [Klimageschichte](https://bliptext.com/articles/klimageschichte). Methodisch könnte man seine Arbeit unter anderem so skizzieren, dass er die einseitige Ausrichtung an [Ereignis](https://bliptext.com/articles/ereignisgeschichte)- oder [Strukturgeschichte](https://bliptext.com/articles/strukturgeschichte) meidet und eine Synthese beider versucht: „Ohne Kenntnis der Daten und Fakten bleibt Geschichte Spekulation. Ohne Einordnung der Daten und Fakten in Zusammenhänge bleibt Geschichte abstrakt.“ Bei seinen Forschungen zum Ersten Weltkrieg nahm Geiss besonders den Kriegsausbruch 1914 ins Blickfeld. Wie Fritz Fischer sah auch er das Deutsche Reich in der Hauptverantwortung für den Ausbruch des Krieges. In dieser Frage vertrat er eine differenzierte Sichtweise, die er auch in die 1963/64 erschienenen zweibändigen Quellenedition Julikrise und Kriegsausbruch 1914 einfließen ließ. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Thematik folgten. Bei der [Weltgeschichtsschreibung](https://bliptext.com/articles/weltgeschichte) knüpft Geiss an die US-amerikanische Strömung der „World history“ an, die seit den 1960er Jahren von Autoren wie etwa [William H. McNeill](https://bliptext.com/articles/william-h-mcneill) angestoßen wurde. Wesentliche Merkmale sind die Abkehr von [eurozentrischen](https://bliptext.com/articles/eurozentrismus) bzw. westlich orientierten Sichtweisen auf die Geschichte sowie die Abkehr von der Konzentration auf die Geschichte der letzten 500 Jahre. Es geht also um die Überschreitung von räumlichen und zeitlichen Grenzen der Geschichtsschreibung, denn reale Kausalketten, so Geiss, halten sich nicht an herkömmliche ethnozentrische Weltbilder: Hieraus resultiert die Betrachtung „[Eurasiens](https://bliptext.com/articles/eurasien)“ als eines Raums mit vielfältigen Verflechtungen, die seit Jahrtausenden alle eurasischen Gesellschaften beeinflussen, seit 1500 die ganze Welt. Geiss’ Veröffentlichungen zur Globalgeschichte sind einerseits Nachschlagewerke, andererseits schlägt er darin eine „praktischere [Epochenuntergliederung](https://bliptext.com/articles/periodisierung)“ vor: Als [Massaker](https://bliptext.com/articles/massaker)-Forscher vertritt Imanuel Geiss mit [Uwe Backes](https://bliptext.com/articles/uwe-backes), [Eckhard Jesse](https://bliptext.com/articles/eckhard-jesse) und [Rainer Zitelmann](https://bliptext.com/articles/rainer-zitelmann) die Position einer „Historisierung des Nationalsozialismus“, die den [Holocaust](https://bliptext.com/articles/holocaust) mit anderen „[Massaker](https://bliptext.com/articles/massaker)n in der Weltgeschichte“, wie den „Stalinistischen [Massaker](https://bliptext.com/articles/massaker)n“, „Post-kolonialen [Massaker](https://bliptext.com/articles/massaker) in der Dritten Welt“, „Terrorismus“ von [RAF](https://bliptext.com/articles/rote-armee-fraktion), [IRA](https://bliptext.com/articles/irish-republican-army) und „jüdischen Terrorgruppen“ (Stern, [Irgun](https://bliptext.com/articles/irgun)) unter den Aspekten der [Totalitarismustheorie](https://bliptext.com/articles/totalitarismus) vergleichen möchte, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen: „Im Vergleich zu den totalitären Massenverbrechen der extremen Rechten (Nationalsozialismus) und der extremen Linken sowie in der Dritten Welt seit den indischen [Massaker](https://bliptext.com/articles/massaker)n von 1947 verschwinden geradezu Untaten in der westlichen Welt.“ Im [Historikerstreit](https://bliptext.com/articles/historikerstreit) intervenierte Geiss gegen [Jürgen Habermas](https://bliptext.com/articles/j-rgen-habermas) und verteidigte [Ernst Nolte](https://bliptext.com/articles/ernst-nolte) insbesondere in seiner Forderung nach dem Vergleich als wissenschaftliche Methode zur Erforschung auch von Auschwitz. Dabei beklagte er, dass Historiker wie [Wolfgang J. Mommsen](https://bliptext.com/articles/wolfgang-j-mommsen) nicht bereit seien, diesen Streit sachgerecht weiterzuführen und warf ihnen „totalitäres“ Verhalten vor. Von seinen Kritikern sieht er sich als „[Renegat](https://bliptext.com/articles/renegat)“ beschimpft, der das politische Lager gewechselt habe. Im Gegenzug nennt er in Anlehnung an [Klaus Epstein](https://bliptext.com/articles/klaus-epstein) den Kreis der [Historischen Sozialwissenschaft](https://bliptext.com/articles/historische-sozialwissenschaft) um [Hans-Ulrich Wehler](https://bliptext.com/articles/hans-ulrich-wehler) die „Neue [Orthodoxie](https://bliptext.com/articles/orthodoxie)“, die teilweise illiberaler sei als die alte [Orthodoxie](https://bliptext.com/articles/orthodoxie) unter den deutschen Historikern vor und während der Fischer-Kontroverse. -->

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